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Von: Stefan Siemann

Mit den Worten von Ralph Hasenhüttl kann man das Geschehen bei der Bundesligapremiere von RB Leipzig vielleicht ansatzweise beschreiben. Unglaublich was ab 18.30 Uhr in der Red-Bull-Arena los war. Die Rahmenbedingungen für die Rückkehr Leipzigs in die höchste deutsche Fußballiga waren natürlich auch wie gemalt. Da kommt nach 22 Jahren Abstinenz der deutsche Vizemeister. Vielleicht auch die einzige Mannschaft die den großen Bayern potenziell gefährlich werden könnte und wird vor 42.558 Zuschauern mit einem Last-Minute-Tor besiegt. Da kam einiges Zusammen was die Seelen der Leipziger Fußballfans erreichte und die dankten es mit einer wirklich unfassbaren Stimmung!

Über das Spiel an sich soll in diesen Zeilen gar nicht so viel zu lesen sein. Spielberichte gibt es zum Nachlesen fünf Minuten nach Abpfiff. Aber natürlich beeinflussen sich Spiel und Stimmung gegenseitig. An diesem Tag puschte die ausgelassene „Wir sehen endlich wieder Bundesligafußball in Leipzig“-Stimmung gefühlt auch das Geschehen auf dem Platz. Natürlich war die Rollenverteilung klar und auch der Spielverlauf zeigte, dass es schon einen Grund gibt, warum Rollen verteilt werden, aber die Bullen hielten an ihrer Art des Fußball fest und wurden dafür belohnt. Nachdem der BVB in der Anfangsphase gefühlte 75% Ballbesitz hatte, aber die Chancen nicht nutze, fanden die Leipziger immer wieder Lücken in der Abwehr und spielten wie vorgesehen, schnell in die Tiefe. Bei jedem dieser langen Bälle spürte man wie deutlich die Fans mitgehen und jede Aktion „ihrer“ Mannschaft honorieren. Da beide Teams von Haus aus schnell in die Spitze spielen wollen, bot die Partie auch dementsprechend Tempo. Von der 25. bis zur 30. Minute bot sich erstmals die Möglichkeit sein eigenes Wort zu verstehen, der Rest war einfach LAUT! Das Fehlen der meisten Ultras im schwarz-gelben Fanblock machte sich deutlich bemerkbar. So wurde der Hauptteil der Stimmung vom C-Block getragen.

Nach der Halbzeit wurde das Spiel „intensiv“ geführt. Gerne auch mit den berühmten Zeugnisworten „Er/Sie hat sich stets bemüht“ zu vergleichen, den bis zur 70. Minute passierte wirklich nicht viel. Viele Fehlpässe und gut sortierte Defensivreihen ließen das ganze Geschehen zu Rasenschach verkommen. Was beide Trainer von der Bank nachlegen konnten ist dann natürlich absolut hochklassig. Beim BVB kommen ein Europameister (Guerreiro), ein europaweit gejagtes Toptalent (Dembele) und naja Adrian Ramos. (Es sitzen aber noch zwei Weltmeister, der U-19 Kapitän und der jüngste US-Nationalspieler aller Zeiten auf der Bank!) Bei RB Leipzig mit EM-Teilnehmer Forsberg, dem Toptalent und Last-Minute-Transfer Burke, sowie dem auch international begehrten Keita auch nochmal richtig klasse Leute. Das Duell der Einwechslungen entschied Ralph Hasenhüttl dann aber ganz klar für sich, den das entscheidende Tor ging über Forsberg – Burke – Keita in die Ekstase über.

Es ist wirklich schwer zu beschreiben welche Intensität der Jubel im Rund jeden Einzelnen anfasste und bewegte. Was sich an Emotionen entlud war schlicht und ergreifend atemberaubend. Über den Innenraum rannte alles was nicht gerade schwarz-gelb gekleidet war in eine riesige Jubeltraube hinein und feierte alles raus. Auf den Rängen ebenso eine Energiewelle den Emotionen schwappte durch das Rund und wurde gefolgt von der Nächsten und der Nächsten… Die Nachspielzeit beschenkte die emotionalisierten Zuschauer mit einem schnellen Wechsel von Zittern bis zur ausgelassenen Freude. Minutenlang wurden die Bundesligahelden dann vor dem Fanblock frenetisch gefeiert. Am Tag an dem bei ganz großen Emotionen ein Kapitel der Leipziger Bundesligageschichte geschrieben wurde.

 
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