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Von: Stefan Siemann

Nach zuletzt zwei Auswärtsniederlagen in Folge galt es für die Roten Bullen ihre Aufgabe im großen Aufstiegsrennen zu erledigen. Dafür galt es im heimischen Stadion die drei Punkte gegen 1860 München in Leipzig zu behalten und Schwung für das nächste Auswärtstopspiel, kommende Woche dann beim Tabellendritten, den Kluberern in Nürnberg, aufzubauen.

Doch dafür musste Trainer Ralf Rangnick aufgrund der kursierenden Grippewelle einige Leistungsträger, dabei die Stammkräfte Marcel Halstenberg, Marcel Sabitzer und Kapitän Dominik Kaiser ersetzen. Zudem musste Yussuf Poulsen nach seiner fünften Gelben Karte passen. Für die genannten rutschten Antic Nukan, Antony Jung, Nils Quaschner und Massimo Bruno in die Startformation. Aufgrund der personellen Engpässe fanden sich auf der Bank auch einige unbekannte (Diawusie Agyemang und Idrissa Toure) oder lang vermisste Namen (John-Patrick Strauß und Stefan Hierländer) wieder.

In der vierten Minute hatten die Gastgeber nach einer Ecke und der Verlängerung von Interimskapitän Willi Orban durch einen Kopfball von Marvin Compper die erste Chance, aber das Leder strich knapp am Pfosten vorbei. Die nächste Gelegenheit dann in der 17. Minute. Diego Demme zog aus 20 Metern mit dem linken Schlappen ab und knallte dem Ball an das Lattenkreuz. Schöner Schuss vom Mann der seit Jahren nicht mehr getroffen hat und dementsprechend noch auf seinen ersten Treffer für die Roten Bullen wartet. Doch im Anschluss verloren die Leipziger etwas den Faden und die Sechziger hatten mehr Spielanteile ohne jedoch wirklich gefährliche Szenen zu generieren.

Die Sechziger bekamen ihre erste Chance in der 28. Minute geschenkt. Antony Jung spielte einen Rückpass auf Gulacsi viel zu kurz, Sascha Mölders roch den Braten und setzte nach, blockte den langen Ball doch der Abpraller klatschte nur an den Pfosten. Glück für die Bullen. Doch die Aktion wirkte wie eine Initialzündung und RB übernahm wieder die Kontrolle über die Partie. In der 32. Minute klatschte das Leder zum dritten Mal in diesem Spiel an das Torgehäuse. Wieder eine gute Ecke von Massimo Bruno, diesmal Orban per Kopf der Abnehmer. Sein Kopfball traf exakt dieselbe Stelle, die auch schon Demme nach einer guten Viertelstunde erwischt hatte.

Eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit wirkte die RB-Defensive erneut verunsichert. Mölders kam aus elf Metern zum Abschluss, doch dieser zu unplatziert und so konnte Gulacsi sicher zupacken. Ohne Tore ging es damit zum Pausentee und da alle 22 Spieler diesen gut vertragen hatten ging es ohne Änderungen weiter.

Kurz darauf in der 50. Minute hätte es einen Handelfmeter geben müssen. Abwehrlöwe Kagelmacher spielte den Ball klar mit der Hand, doch die Pfeife von Schiedsrichter Dr. Robert Kampka blieb stumm. Doch damit nicht genug. Vom Abstoß aus spielten die Sechziger strukturiert nach vorne bis Aycicek den schnellen Mölders in Laufduell gegen Compper schickte. Dieser machte im Zweikampf eine schlechte Figur und so behielt Mölders vor Gulacsi die Ruhe und schob sicher zur Führung ein.

Darauf musste der Tabellenführer reagieren. Zunächst verfehlte ein Orban-Kopfball wieder nur um Zentimeter das Gehäuse. Kurz darauf brachte Ralf Rangnick nach einer gespielten Stunde Stürmer Davie Selke für den defensiven Atinc Nukan ins Spiel. Und die Leipziger stürmten richtig los. Im Minutentakt hatten Selke, Forsberg, Compper und Jung große Chancen auf den Ausgleich. Und in der 64. Minute war es dann der eingewechselte Davie Selke der per Kopf zum Ausgleich traf. Einen Freistoß spielte RB schön aus. Compper flankte auf Selke, der 10 Metern vor dem Tor aus zentraler Position zum überfälligen und vielumjubelten Ausgleich einköpfte.

Die Roten Bullen waren in der Folgezeit weiter bemüht den Druck aufrecht zu erhalten, doch die Gäste spielten die sich ergebenden Räume nun besser aus und sorgten damit für ständige Unruhe und eine damit offene Partie. Die Schlussviertelstunde begann dann mit einem Paukenschlag, dem Führungstreffer für die Bullen. Eigentlich standen die Gäste mit 10 Spielern kompakt am eigenen Strafraum, doch dann hatte Diego Demme eine überragende Idee, chippte den Ball in den Rücken der Abwehrspieler, wo der schnelle Lukas Klostermann heranrauschte und aus kurzer Distanz und spitzem Winkel zur verdienten Führung traf.

Nur drei Minuten später hätte die Entscheidung fallen können. Nach einem starken Sololauf vom bis dato schwachen Forsberg, kam der Ball zu Bruno, doch sein Abschluss wurde im letzten Moment geblockt (78.). In den letzten Minuten passierte wenig in den Strafräumen, doch lange Bälle auf beiden Seiten sorgten für viel Tempo in der Partie. So war ständig Gefahr in Verzug und den 25.551 Zuschauern auf den Rängen wurde richtig was geboten. So kam der erst 17-jährige Idrissa Toure (für Massimo Bruno) in der 89. Minute zu seinem Pflichtspieldebüt und wurde damit jüngster Profilspieler in der RB Leipzig Historie. Drei Minuten mussten Spieler und Zuschauer dann noch überstehen um in der letzten Sekunde der Partie fast doch noch den Ausgleich nach einem Freistoß zu kassieren, doch der Ball senkte sich als Bogenlampe knapp hinter dem langen Pfosten ins Aus.

Direkt im Anschluss beendete Schiedsrichter Kampka die Partie und machte damit den wichtigen Heimsieg der Roten Bullen amtlich. Die nach dem Rückstand eine tolle Reaktion zeigten und das Spiel drehten. Da parallel der SC Freiburg in Frankfurt mit 3:1 gewann, bleibt die Konstellation an der Tabellenspitze unverändert und es kommt am kommenden Sonntag in Nürnberg zum Spitzenspiel Dritter gegen den Ersten und eine Vorentscheidung im Kampf um die direkten Aufstiegsplätze.

 
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