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Aufstieg futsch – RB Leipzig kommt gegen Sandhausen unter die Räder

Bouhaddouz nimmt mit lupenreinen Hattrick die Bullen auseinander

SSI

In Leipzig wird am Sportforum der Aufstieg in die 1. Bundesliga gefeiert! Wenn sie nun denken ich möchte sie veralbern, dann haben sie sich getäuscht, doch der Bezug zu den Roten Bullen ist leider nicht so eng wie erhofft. Daher die vollständige Aufklärung der Ereignisse. Um 18.34 Uhr war der Jubel in der Arena Leipzig riesig, denn die Männer vom SC DHfK Leipzig machten mit einem nie gefährdeten 31:26 Sieg vor 4.016 Zuschauern über die Eintracht aus Hildesheim den Aufstieg in die stärkste Handballliga der Welt perfekt. Die Spieler von RB Leipzig dagegen hatten sich am letzten Wochenende jeglicher Chancen auf einen Last-minute-Aufstieg beraubt. Die 1:0 Niederlage beim Tabellenletzten aus St. Pauli bedeutet das Ende aller Aufstiegsträume. Theoretisch noch möglich, wäre der Aufstieg die wohl die größte Sensation im Aufstiegskampf der 2. Liga. Und dort wurden schon viele verrückte und dramatische Geschichten geschrieben. Doch zurück in die Realität. 18.904 Zuschauer haben sich auf den Weg in die Red-Bull-Arena gemacht um das Spiel gegen den SV Sandhausen zu verfolgen.

Was folgen sollte war ebenso unerwartet wie vor zwei Wochen das Coltorti-Tor gegen Darmstadt. Eben dieser fehlte aufgrund von Problemen mit der Achillessehne. Benni Bellot rückte zwischen die Pfosten und der gesperrte Tim Sebastian wurde von … ersetzt. Das Spiel begann ohne nennenswerte Höhepunkte. Erst in der 35. Minute, als Diego Demme den Platz verlassen musste („Hatte nicht den Eindruck, dass der Diego die Zweikämpfe gewinnen kann“) und für ihn Niklas Hoheneder in die Innenverteidigung und Lukas Klostermann auf die rechte Abwehrseite rückte, kam Schwung in die Partie. Nur eine Minute später erreichte ein langer Einwurf von Lukas Kübler, von Compper unglücklich per Kopf verlängert, Thiede, der den Ball gekonnt herunternahm, sich um 270 Grad drehte und flach zur Führung einschoss. Die einzige Leipziger Gelegenheit der ersten Hälfte hatte Emil Forsberg in der 41. Minute, doch aus der Distanz setzte er das Leder knapp am Tor vorbei.

Nur wenige Minuten nach Seitenwechsel musste Joshua Kimmich vom Feld gehen und Stefan Hierländer durfte sich beweisen (53.). Doch wieder war der Zeitpunkt des Wechsels unglücklich gewählt, denn nur eine Minute später durfte Marco Thiede im Mittelfeld nach einem gewonnenen Zweikampf gegen den eben eingewechselten Hierländer mit Geleitschutz bis zur Strafraumgrenze laufen, schießen und den Pfosten treffen. Doch Aziz Bouhaddouz stand richtig und durfte ungestört zum 2:0 erhöhen. Und kurz darauf sorgte wieder eine unglückliche Verlängerung von Compper für die Entscheidung, wieder war es Bouhaddouz, der mit seinem zweiten Treffer im Spiel die frühe Entscheidung markiert (59.).

Nun war der Kuchen gegessen. Leipzig weiter in Schockstarre und die Gäste weiter in Spiellaune. So hätte Bouhaddouz in der 65. Minute seinen Hattrick markieren können, doch Bellot ist aus spitzem Winkel zur Stelle. Aber in der 74. War es dann so weit. Der Hattrick für Bouhaddouz war perfekt. Niklas Hoheneder hob das Abseits auf, Marvin Compper stand zu weit weg und Bouhaddouz hob den Ball über Benni Bellot zum 4:0 ins Tor.

Pünktlich war dann Schluss in der Red-Bull-Arena und die Schmach hatte ein Ende. Mit dem 0:4 verfehlten die Bullen nur knapp die höchste Heimniederlage in der noch jungen RB Geschichte. Damals gab es ein 1:5 in der Regionalliga gegen den späteren Aufsteiger aus Kiel. Da sich Karlsruhe und Darmstadt am Montag duellieren geht nun auch rechnerisch nichts mehr in Sachen Aufstieg. Damit steht nun sicher fest, dass Ralf Rangnick für eine weitere Saison in der 2. Bundesliga planen muss.

 

Stimmen zum Spiel:

 

Alois Schwartz:

„Muss meiner Mannschaft ein riesen Kompliment machen, wir haben am 32. Spieltag mit 41 Punkten den Klassenerhalt gesichert.“

 

Achim Beierlorzer:

„Wir waren von Beginn an nicht in den Zweikämpfen. Wir haben verdient verloren. Wir müssen die Mannschaft frisch kriegen, ich hatte nicht den Eindruck, dass wir frisch wirkten.“

 
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