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Leipziger zurück im Aufstiegsrennen!

Bullen erbeuten 3 Punkte im Kampf gegen die Totenschädel aus St. Pauli

Von: Stefan Siemann

Mehr Tradition gegen Kommerz geht laut einhelliger Meinung der Experten im deutschen Fußball wohl nicht. Dass sowohl Tradition oder Geld allein keine Punkte holen, steht für die Beckenbauers der Nation auch fest. Bis zum heutigen Spiel bei bestem Wetter und vor 38.616 Zuschauern stimmte der Ertrag beim Aufsteiger eindeutig mehr als bei den Kult-Kickern aus Hamburg. Nach dem Spiel war der eine Trainer, Alexander Zorniger “ sehr, sehr zufrieden mit fast allem“, während der andere, Thomas Meggle meinte: „Ein bitterer Tag, aber wenn man zum Fazit kommt, haben wir verdient verloren. Wir waren einfach unterlegen, das muss man einfach mal akzeptieren, dass RB besser war.“

Wieder einmal begann die Begegnung temporeich. In der 3. Minute schon die erste gute Gelegenheit. Eine Kaiser-Ecke brachte Yussuf Poulsen auf das Gäste-Tor, wo Marvin Compper den Abstauber nur um wenige Zentimeter verpasst. Nur wenig später dann Schieß-den-Lukas im Pauli-Strafraum, aber jeder der gefühlten 32 Schüsse wurde geblockt, bevor Gästekeeper Philipp Tschauner eingreifen musste. In der 17. Minute dann die Belohnung für die Bemühungen der Bullen, und dies in schönster Form. Im Mittelfeld gewann Neuspielmacher Daniel Frahn seinen Zweikampf und so ging es schnell in den Strafraum, wo sich Poulsen gegen 5-6 Gegenspieler durchsetzte und aus 13 Metern unhaltbar zur Führung abzog.

Von Pauli auf der Gegenseite war gar nichts zu sehen und daher fiel folgerichtig das 2:0. Wieder Leipziger Powerplay, Diego Demme flankte schließlich auf den langen Pfosten, wo Terrence Boyd aus spitzem Winkel köpfte und Daniel Frahn auf der Linie zwar nachsetzte, doch das Tor dem Neuzugang gutgeschrieben wurde. Eine absolut verdiente Führung gegen in der ersten Halbzeit schlecht sortierte und spielerisch überforderte Hamburger Kellerkinder. RB dagegen im Vergleich zu den letzten Wochen mit einer klaren Steigerung im Spiel mit dem Ball. Kurz vor der Halbzeit hatte dann Yussuf Poulsen auch noch das 3:0 auf dem Fuß, doch sein Schuss strich knapp über den Kasten. Somit blieb es beim 2:0 zur Halbzeit.

Nachdem Thomas Meggle kurz vor der Halbzeit bereits Marc Rzatkowski zugunsten von John Verhoek vom Feld genommen hatte, kamen beide Teams nominell unverändert aus der Kabine. Doch die St. Paulianer begannen mit einer anderen Einstellung, RB dagegen fahrlässig. Einfachste Fehler im Spielaufbau brachten Gefahr und so konnte Enis Alushi nur eine Minute nach Wiederbeginn einen dieser Fehler zum Anschlusstreffer nutzen. Doch RB präsentierte die passende Antwort, wieder begünstigt durch einen Abwehrfehler, denn der Ball konnte nicht aus der Gefahrenzone der Gäste gebracht werden, bis Terrence Boyd das Leder volley zum 3:1 in die Maschen des Winkels jagte (52.).

Als Reaktion auf den erneuten Rückschlag kam Ante Budimir für Okan Kurt ins Spiel (59.). Die Partie nahm in der Folge richtig Fahrt auf. Nur eine Minute nach dem Wechsel traf Poulsen nur den Pfosten, quasi im Gegenzug verwehrte Schiedsrichter Manuel Gräfe den Gästen den erneuten Anschlusstreffer aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung. Da St. Pauli nun deutlich besser mitspielte, wurde die Partie in dieser Phase zu einem schnellen und offenen Schlagabtausch mit besseren aber auch einigen schlechter gespielten Angriffen. In der 72. Minute wechselte dann auch Zorniger vor einer eigenen Ecke das erste Mal. Zsolt Kalmár ersetzte Daniel Frahn.

Besagte Ecke brachte Dominik Kaiser in den Fünfmeterraum, wo Tim Sebastian verlängerte und schlussendlich Ante Budimir via Eigentor das 4:1 markierte. Die Leipziger hatten daraufhin alles unter Kontrolle und spielten weiter auf das Tor des Vorletzten der 2. Liga. Die nächste Gelegenheit hatte der eingewechselte Kalmár. Für die letzten zehn Minuten kam dann Matthias Morys für den Doppeltorschützen Terrence Boyd. Doch er zeigte sich nochmal der Gäste. Budimir tanzte Coltorti aus, doch Marvin Compper blockte den Schuss im letzten Moment. In der 85. war es dann Dennis Daube, er aus 18 Metern knapp am Pfosten vorbeischoss.

Die Schlussminuten wurden dann zu einer Rot-Weißen Siegesfeier. Rani Khedira durfte sich über den vorzeitigen Feierabend freuen und wurde von Stefan Hierländer abgelöst. Die Feierstimmung im weiten Rund wurde um zwei Minuten verlängert, bevor Manuel Gräfe beschloss den höchsten Saisonsieg amtlich zu machen. Mit den damit verbundenen drei Punkten rückten die Leipziger wieder bis auf einen Punkt an den direkten Aufstiegsplatz zur Bundesliga heran, während die Gäste weiter im Tabellenkeller verbleiben und Platz 17 bekleiden.

 
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