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Hockey Präsident im SPORTAKUS Interview

Am Rande der Hallenhockey Weltmeisterschaft (noch bis zum 8. Februar in der Arena Leipzig) hatte der SPORTAKUS die Möglichkeit mit dem Präsident des Deutschen Hockey Bundes, Stephan Abel, zu sprechen. Im Interview spricht er über das Turnier in Leipzig, die Entwicklung der Sportart in Deutschland sowie die Karrieremöglichkeiten für Studierende. Tickets für das Wochenende gibt es übrigens noch an der Tageskasse.

Stephan Abel über…

… die Hallenhockey WM in der Arena Leipzig

Gibt es wieder einen Heimerfolg für die deutschen Teams? Foto: DHA

Gibt es wieder einen Heimerfolg für die deutschen Teams? Foto: DHA

Die Organisation in Leipzig war schon zu Zeiten von Gerhard Langner ( langjähriger Präsident des ATV Leipzig und des Sächsischen Hockeyverbands, Anm. d. Red.) ausgezeichnet. Falk Jänicke hat die großen Fußstapfen aber gefüllt und es zeigt sich, dass man sowohl politisch als auch wirtschaftlich gut vernetzt ist.
Daneben bietet die Arena Leipzig beste Bedingungen für das Turnier: Eine ideale Größe der Haupthalle, eine geeignete Nebenhalle und viele Möglichkeiten für Sponsoren sich zu präsentieren. Ein breites Rahmenangebot macht den Besuch zu einem Erlebnis für alle Zuschauer.

… das Leipziger Publikum
Das Hockey Publikum in Leipzig ist einzigartig und man merkt, dass die Menschen offen gegenüber allen Sportarten sind. Bereits bei der Europameisterschaft 2012 in Leipzig war die Begeisterung riesig. An diesem Wochenende rechnen wir mit bis zu 4000 Zuschauern pro Tag.

… die Rolle der deutschen Mannschaften bei der Weltmeisterschaft
Die deutschen Herren sind natürlich Favorit auf den Turniersieg. Im Finale rechne ich mit Österreich, aber auch Polen hat gute Chancen. Bei den Damen führt kein Weg an den klaren Favoritinnen aus den Niederlanden vorbei. Dennoch wäre in einem Finale alles möglich.

… die Partnerschaft mit dem MDR und der Übertragung via Livestream im Internet
Die erste Bilanz dieser Zusammenarbeit ist sehr positiv. Die Fans haben spontan die Möglichkeit das Turnier zu verfolgen und unser Sport bekommt noch mehr Aufmerksamkeit. Die Übertragung per Livestream hat eine gute Qualität und auch die Berichterstattung ist ausgezeichnet.

… die Umstellung auf Hockey5
Alle Spieler, Trainer und Fans wollen auf Hockey6 zurückkehren. Deshalb hat sich der Deutsche Hockey Bund auch dafür ausgesprochen, in der Bundesliga wieder Hockey6 zu spielen. Die Umstellung auf Hockey5 geschah deshalb, weil man Angst hatte aus dem olympischen Programm gestrichen zu werden. Natürlich ist es für kleinere Länder schwieriger zwölf statt zehn Spieler zu gewinnen und man kann so die Konkurrenz im internationalen Bereich erhöhen, was wir sehr begrüßen.
Generell ist das Hallenhockey neben dem Feldhockey sehr wichtig, da hier der Grundstein in der technischen Ausbildung der Spieler gelegt wird.

…über die Wahrnehmung von und das Image von Hockey
Die Konkurrenz für das Hockey ist groß in Deutschland. Fußball dominiert nun mal die Medien und im Vergleich dazu führen wir ein Schattendasein. Daran ändern auch die Erfolge in den letzten Jahren wenig. Unser eigener Maßstab ist daher das organische Wachstum der Sportart, welcher in den letzten zehn Jahren meiner Amtszeit konstant war.
Leider ist Hockey in seiner infrastrukturellen Ausbreitung limitiert, denn ein Neubau von Anlagen erfordert viel Platz und Geld. Bei einem Verein mit 15 Jugendmannschaften und nur einem Platz ist kaum gutes Training für alle möglich. Erschwerend hinzu kommt die G8 Schulform, da Trainingszeiträume weiter eingeschränkt werden.

Außerdem haben Hockey-Klubs eine gewisse Exklusivität, was immer noch viele Eltern und Familien verunsichert. Wir versuchen uns aber weiter zu öffnen und talentierten Kindern die Möglichkeit zu geben, Hockey zu spielen. Die positiven Werte des Hockey wie Teamgeist, Ehrgeiz und sauberer Sport sollen dabei geschützt und weiter gegeben werden.

… die Karrieremöglichkeiten für Studierende
Es gibt gute Entwicklungschancen für Akademiker, da bei uns viel Wert auf Personalentwicklung gelegt wird. Einige wertvolle Mitarbeiter haben wir beispielsweise im Anschluss an Praktika gewinnen können. Im sportlichen Bereich bestehen die Mitarbeiter meist aus ehemaligen Spielern, aber wir freuen uns auf neue Impulse von außerhalb. Generell ist ein akademischer Hintergrund von Vorteil, da man sich schnell in Probleme einarbeiten kann.

Der SPORTAKUS bedankt sich für das Gespräch!

 
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