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Ernst-Grube-Halle wird Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge

Gruppe klein

von Helen Theißen

Pressekonferenz am 14. August bezüglich der Unterbringung von Asylbewerbern in der Ernst-Grube-Halle: Etwa 30 Vertreter der Presse, der FSR Sport, der SPORTAKUS sowie weitere Studierende fanden sich heute um 14h in der Ernst-Grube-Halle ein, um sich die Erläuterungen der Verantwortlichen anzuhören.

In Sachsen werden ankommende Flüchtlinge zunächst immer zu einer Erstaufnahmestelle gebracht, die bis vor kurzem in Chemnitz war. Als weiterer Standort kam Dresden dazu und nun, seit einigen Wochen, ist auch Leipzig Erstaufnahmestelle. In den letzten Tagen war abzusehen, dass der Standort in der Friederikenstraße in Leipzig nicht ausreichen würde und so wurde am Mittwochmittag (12. August!) beschlossen, ab Freitag, den 14. August die Ernst-Grube-Halle als neuen Standort aufzumachen.

Laut den Verantwortlichen wurden viele Gebäude und Möglichkeiten geprüft und die Ernst-Grube-Halle war „die schnellste Lösung, die in drei Tagen möglich war“, berichtete Petra Förster, vom Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB). Der Innenbereich vor der Halle soll dabei von Westen kommend als Ein- und Ausgang dienen. Des Weiteren ist der Eingangsbereich, der Ort für die Verpflegung wie auch der Zugang zu den sanitären Anlagen. Am Montag sollen zusätzliche Sanitärcontainer geliefert werden. Um die Halle herum, wurde der Bereich mit Bauzäunen abgesperrt und sicherheitstechnisch abgeschottet, so dass das Flüchtlingslager zu einer Art „Insel“ in der Fakultät wird, erklärte Dr. Michael Feist, Vizepräsident der Landesdirektion Dienststelle Leipzig. Die Flüchtlinge sollen sich im abgetrennten Bereich aufhalten, dürfen aber wohl Richtung Richard-Wagner-Hain rein und raus gehen. Die Grube-Halle selbst wurde mit Teppichen ausgelegt und soll, mit Feldbetten ausstaffiert, bis zu 500 Menschen Platz bieten. Heute Abend, 14. August, werden zunächst etwa 150 Flüchtlinge in die Halle gebracht. Woher die Flüchtlinge kommen und ob es sich um Familien oder Einzelpersonen handelt ist nicht klar. Sicher ist jedoch, dass es sich um Menschen handelt, die neu in Sachsen ankommen.

Großes Chaos in der Organisation

Zum Zeitpunkt der Pressekonferenz war noch offen wer Betreiber des Lagers wird. Parallel zur Konferenz sollte diese Frage diskutiert und bis heute Nachmittag entschieden werden. Denn der Betreiber muss die Aufstellung der Feldbetten, die soziale und medizinische Betreuung sowie vieles Weiteres organisieren und anleiten. Die Verpflegung ist vorerst durch das Studentenwerk der Universität Leipzig abgedeckt. Sicherheitstechnisch werden immer mindestens sieben Wachdienst-Mitarbeiter in der Halle sein und die Polizei wird ihre Streifenpräsenz vor Ort verstärken. Polizeipräsident Bernd Merbitz äußerte, dass man nicht zulassen wolle, dass Hetze entstehe. Die Gesellschaft müsse hier zusammen stehen.

Erstaufnahmestelle = Interimslösung?

Feist dankte allen, die die Unterbringung in der Grube-Halle möglich gemacht haben und bat um die Akzeptanz aller Beteiligten. Die Unterbringung in der Ernst-Grube-Halle sei nur eine Interimslösung und man müsse die Notlage, in der sich die Menschen befinden, die nach Leipzig kommen, gemeinsam bewältigen.

Beate Schücking, Rektorin der Universität Leipzig, machte deutlich, dass sich die Universität die Aufnahmestelle in der Grube-Halle tatsächlich nur als Interimslösung vorstellen könne. Als Stadt, in der es viel leer stehenden Wohnraum gäbe, müsse Leipzig eine Lösung finden, die über das Stadium der Improvisation hinausgehe.

Flüchtlinge willkommen heißen

Nichtsdestotrotz, meinte Schücking, wolle man als Universität und von Seiten der Studierenden in dieser Notsituation helfen und sich engagieren. Um den Flüchtlingen zu zeigen, dass sie willkommen sind, habe man Willkommensplakate gedruckt.

Auch der Dekan der Fakultät, Prof. Dr. Dr. Martin Busse, rief gestern dazu auf, die Asylbewerber und Flüchtlinge, willkommen zu heißen und die Schwierigkeiten, die der Fakultät nun drohen, angesichts der existenziellen Probleme der Asylbewerber, hintenanzustellen. Prüfungen, die in der Ernst-Grube-Halle stattgefunden hätten, werden wohl in die Halle der HTWK verlegt werden. Da Feist davon sprach, ein Gebäude gesucht zu haben, dass Herbst- und Winterfest sein müsse, kann man wohl davon ausgehen, dass diese ‚Interimslösung‘ länger dauern wird. Schon während der Pressekonferenz mit etwa 50 Menschen wurde die Luft in der Halle warm und stickig. Manch einer mag sich vorstellen, wie es für 500 Menschen sein wird, zusammen in der Grube-Halle über Wochen und mehr zu leben!

Wer helfen möchte ist aufgerufen weitere Bekanntmachungen abzuwarten. Anfang der kommenden Woche soll darüber benachrichtig werden, wo Spenden abgegeben werden können.

 
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