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Coltorti setzt dem Wahnsinn die Krone auf!

RB Leipzig Torhüter schießt Bullen zum Sieg gegen Darmstadt

SSI

Quo vádis RB Leipzig? Das 1:1 am Montag auf dem Betzenberg in Kaiserslautern war gut, aber nicht gut genug. Um wirklich noch einmal den Aufstiegsrängen zu nähern, brauchen die Leipziger Punkte, im Gegenzug die Konkurrenten derer keine mehr. Somit war das Unentschieden letztendlich nur ein weiteres Aufschieben der eh schon recht geringen Chancen auf den Durchmarsch in die deutsche Belle Etage. Doch mit jedem ungenutzten Spieltag sinkt die Chance weiter gen „Null“. Damit sind wir beim Spiel gegen Darmstadt 98 angekommen. Noch fünf Spieltag sind zu gehen um idealerweise auf mindestens dem 3. Platz zu stehen. Sechs punkte fehlten den Bullen aktuell. Was bietet sich nun mehr an als ein Sieg im Duell auf heimischen Boden gegen den derzeit Dritten, den Mitaufsteiger aus Darmstadt. Die sogenannten „Lilien“ haben bis dato 50 Punkte gesammelt und damit deutlich mehr als in Fachkreisen vermutet. Mit einem Leipziger Sieg wär der Abstand auf drei Punkte geschrumpft, bei einer Niederlage auf wohl unlösbare neun Punkte angewachsen. Was sich dann in der Arena abspielen sollte, hatte wohl niemand auf der Rechnung.

Beide Teams wussten um die Bedeutung der Partie und begannen dementsprechend früh aggressiv zu attackieren um den Gegner nicht in die Partie kommen zu lassen. “ Ich kann meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen wie sie gefightet haben.“ Ließ Dirk Schuster verlauten, Achim Beierlorzer sprach im Gegenzug vom „Erwartet schwer zu bespielenden Gegner. Wir wussten, dass es eine harte Nuss ist, die es zu knacken galt.“ In der 7. Minute hätte Yordi Reyna mit einem super Solo bis in die Box früh eine Richtung vorgeben können, doch Mathenia im Darmstädter Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten, die anschließende Ecke lief an Freund und Feind vorbei durch den Fünfer und hätte durchaus mehr verdient gehabt. Sonst boten beide Mannschaften wenig Spielerisches, dafür aber viele lange Bälle und viele Fehlpässe. Die erste bessere Gelegenheit für die Gäste bot sich Tobias Kempe in der 31. Minute nach einem langen Einwurf, doch Kempe bekam den Körper nicht hinter den Ball. Zwei Minuten vor der Pause hätte es nach der ersten Darmstädter Ecke dann doch fast noch geklingelt, doch Joshua Kimmich klärte am langen Pfosten.

War die erste Hälfte schon recht zäh, wurde dies in der Zweiten noch gesteigert. Nichts deutete Mitte der zweiten Halbzeitdarauf hin, dass Historisches folgen sollte. Bis dato hatte das Spiel einen ph-Wert von 5,5 und das spürte man auch im weiten Rund. Um Schwung zu bringen und doch noch nach dem Strohhalm zu greifen brachte Achim Beierlorzer zunächst Omar Damari. der Stürmer kam zu seinem Comeback nach Verletzungspause, für den defensiven Mittelfeldspieler Diego Demme in die Partie. Von den 25.336 Zuschauern schliefen bereits einige, als Achim Beierlorzer mit der Einwechslung von Daniel Frahn und damit dem vierten Stürmer Spiel und Publikum wachküsste. So verpasste auch keiner die Gästeführung. Tobias Kempe mit einer flachen Hereingabe in die Mitte wo Hanno Behrens den Ball per Direktabnahme im Tor unterbrachte (78.).

Doch der Jubel währte nicht lange, denn Lukas Klostermann presste nur eine Minute später energisch nach, wurde beim Klärungsversuch von Roman Bregerie angeschossen, so dass der Abpraller zum 1:1 im Tor landete. Das Signal für den Wahnsinn in den letzten Minuten. In der 85. Minute lenkte Fabio Coltorti den Ball mit einer Glanzparade den Kopfball von Sirigu über den Querbalken. In der zweiten Minute der Nachspielzeit hätte Sirigu mit seiner zweiten Großchance alles klar machen können, doch verzog knapp. Dann der Höhepunkt der Partie. Mit der letzten Aktion der Partie brachte Dominik Kaiser eine Ecke vor das Gehäuse, dort gewann Omar Damari das Kopfballduell und der Ball gelangte zum aufgerückten Fabio Coltorti. Der saugte das Leder an vier Meter vor dem Tor an, drehte sich und wuchtete es zum umjubelten Siegtreffer in die Maschen.

Mit diesem Tor schrieb er zugleich Geschichte, denn nie zuvor hatte ein Torhüter in der 1. oder 2. Bundesliga einen Siegtreffer aus dem Spiel heraus erzielt. Neben dem Eintrag in die Geschichtsbücher, bedeutete der Treffer zugleich den Anschluss an die Aufstiegsplätze. In der kommenden Woche kann RB nun beim abstiegsbedrohten FC St. Pauli einen weiteren Bigpoint landen. Die Konkurrenten aus Kaiserslautern und Darmstadt nehmen sich gegenseitig Punkte weg. Mit einem Sieg in Hamburg könnten die Roten Bullen auch gleich den Auern im Kampf um den Klassenerhalt helfen. Der nächste wichtige Schritt die Frage zu beantworten. Quo Vadis RB Leipzig?

 
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