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SpVgg Greuther Fürth verlangt RB Leipzig alles ab

Von: Stefan Siemann

Ab der ersten Minute machten beide Mannschaften klar, dass sie gewillt waren hier und heute alles zu investieren um die drei Punkte zu sichern. Tempo und intensiv geführte Zweikämpfe bestimmten das Geschehen. Torszenen gab es mehr als genug. Beginnend mit dem 0:1 in der 12. Minute. Nach einer kurz ausgeführten Ecke flankte Gjasula punktgenau auf den alleinstehenden Sebastian Freis, der aus fünf Metern locker einköpfen konnte. Fabio Coltorti war zwar mit der Fußspitze noch am Ball, konnte den frühen Rückstand aber nicht verhindern. Doch postwendendgab es den Ausgleich durch das erste Pflichtspieltor im RB-Dress von Davie Selke. Mit einer gekonnten Ballmitnahme, nach Pass von Lukas Klostermann, ließ Selke Fürth-Kapitän Benedikt Röcker stehen und versenkte das Leder aus spitzem Winkel flach unter seinem Ex-Bremer Teamkammeraden Sebastian Mielitz im Tor.

Die nächste Gelegenheit in der 27. Minute für Anthony Jung. Eine abgefälschte Flanke landete an der 16 Metergrenze, wo Jung flach abzog. Mielitz aber diesmal auf dem Posten und mit einer guten Parade. RB hatte nun mehr Spielanteile und kam öfter in den Strafraum. In der 39. Minute erreichte ein langer Ball von Atinc Nukan Davie Selke, welcher den Ball technisch gekonnt herunternahm und mit dem nächsten Kontakt direkt abschloss. Der Ball verfehlte den langen Pfosten nur um wenige Zentimeter. Nur eine Minute später aber die erneute Führung für Fürth. Veton Berisha war beim Pass in die Tiefe nicht ganz auf gleicher Höhe wie Nukan, der den Vorsprung des schnellen Stürmers nicht aufholen konnte und so beim Treffer von Berisha einen Premiumplatz hatte.

Kurz vor der Pause dann nochmal Chancen auf beiden Seiten. Zunächst verfehlte Poulsen aus 20 Metern nur knapp das Tor, bevor auf der Gegenseite Orban einen schnellen Konter im Strafraum klärte. Mit dem Halbzeitpfiff noch einmal Fürth, doch der Kopfball von Berisha ging nur um Haaresbreite am Coltorti-Tor vorbei. Nachdem RB scheinbar das Spiel in den Griff bekam, konterten die Kleeblätter eiskalt und gingen mit der Führung in die Pause. Fürth cleverer, hinten sicher und vorne gefährlich.

Der erste Abschluss der zweiten Hälfte ging wiederum an die Grün-Weißen, doch Coltorti konnte den Freis-Schuss parieren. Und Freis machte weiter auf sich aufmerksam. Wieder kam der lange Ball, diesmal von Stiepermann, und hebelte die Bullenabwehr aus. Freis versuchte den Schlenzer, doch der Ball segelte am Tor vorbei. Glück für RB (52.).

Die nächsten Stationen im schnellen Spiel an dieser Stelle mal Steno. 61. Massimo Bruno für Yussuf Poulsen. 64. Berisha ist nach Ballverlust im Aufbau frei durch, doch Coltorti klärte per Fußabwehr. 70. Minute: zweiter Wechsel Stefan Ilsanker geht, Nils Quaschner kommt. 74. Minute: Sabitzer verliert den Ball am Strafraum über einen Pass in die Tiefe läuft Berisha ab der Mittellinie alleine auf Coltorti zu, scheitert aber am Außennetz. Bis dato bezeichnend für das heutige Spiel.

Kaum geschrieben, wurde der Autor eines besseren belehrt und erlebte einen Gänsehautmoment erleben. Emil Forsberg, der bislang bemühte, aber glücklose Offensivspieler schoß, wie Selke, mit einem satten Schuss sein erstes Tor für die Leipziger und wurde dafür von den 27.216 Fans plus Stadionsprecher frenetisch gefeiert. Spielstand also wieder auf null und noch eine Viertelstunde zu gehen.

Und diese wollten die Roten Bullen anscheinend nutzen, machten Druck und spielen sich ein ums andere mal in die Nähe der Fürther Box, doch wie schon das gesamte Spiel blieben die Gäste bei Kontern brandgefährlich. Für die Schlussminuten kam dann noch Diego Demme für den ausgepumpten Marcel Sabitzer. In der Nachspielzeit sorgte Selke zunächst für Gefahr, als er im Strafraum den Ball festmachte, aber nicht zum Abschluss kam. Dann auf der Gegenseite der nächste Hochkaräter. Weilandt mit einer Flanke auf Berisha, der den Ball direkt nahm und den Siegtreffer nur um Millimeter verpasste.

Das war dann auch die letzte Gelegenheit in einem hochklassigen, temporeichen Spiel. RB mit mehr Ballbesitz, aber Fürth über die Konter stets gefährlich. Mit etwas mehr Glück im Abschluss hätten beide Teams gewinnen können. Insgesamt hatte Fürth aber die besseren Chancen und den Sieg somit etwas mehr verdient als die fleißigen und bemühten Gastgeber. Beide Teams sind nun gemeinsam auf Platz Vier der Tabelle geklettert und halten damit Anschluss an die Tabellenspitze. RB muss am nächsten Spieltag nach Braunschweig, Fürth spielt auf St. Pauli.


Bouhaddouz nimmt mit lupenreinen Hattrick die Bullen auseinander

SSI

In Leipzig wird am Sportforum der Aufstieg in die 1. Bundesliga gefeiert! Wenn sie nun denken ich möchte sie veralbern, dann haben sie sich getäuscht, doch der Bezug zu den Roten Bullen ist leider nicht so eng wie erhofft. Daher die vollständige Aufklärung der Ereignisse. Um 18.34 Uhr war der Jubel in der Arena Leipzig riesig, denn die Männer vom SC DHfK Leipzig machten mit einem nie gefährdeten 31:26 Sieg vor 4.016 Zuschauern über die Eintracht aus Hildesheim den Aufstieg in die stärkste Handballliga der Welt perfekt. Die Spieler von RB Leipzig dagegen hatten sich am letzten Wochenende jeglicher Chancen auf einen Last-minute-Aufstieg beraubt. Die 1:0 Niederlage beim Tabellenletzten aus St. Pauli bedeutet das Ende aller Aufstiegsträume. Theoretisch noch möglich, wäre der Aufstieg die wohl die größte Sensation im Aufstiegskampf der 2. Liga. Und dort wurden schon viele verrückte und dramatische Geschichten geschrieben. Doch zurück in die Realität. 18.904 Zuschauer haben sich auf den Weg in die Red-Bull-Arena gemacht um das Spiel gegen den SV Sandhausen zu verfolgen.

Was folgen sollte war ebenso unerwartet wie vor zwei Wochen das Coltorti-Tor gegen Darmstadt. Eben dieser fehlte aufgrund von Problemen mit der Achillessehne. Benni Bellot rückte zwischen die Pfosten und der gesperrte Tim Sebastian wurde von … ersetzt. Das Spiel begann ohne nennenswerte Höhepunkte. Erst in der 35. Minute, als Diego Demme den Platz verlassen musste („Hatte nicht den Eindruck, dass der Diego die Zweikämpfe gewinnen kann“) und für ihn Niklas Hoheneder in die Innenverteidigung und Lukas Klostermann auf die rechte Abwehrseite rückte, kam Schwung in die Partie. Nur eine Minute später erreichte ein langer Einwurf von Lukas Kübler, von Compper unglücklich per Kopf verlängert, Thiede, der den Ball gekonnt herunternahm, sich um 270 Grad drehte und flach zur Führung einschoss. Die einzige Leipziger Gelegenheit der ersten Hälfte hatte Emil Forsberg in der 41. Minute, doch aus der Distanz setzte er das Leder knapp am Tor vorbei.

Nur wenige Minuten nach Seitenwechsel musste Joshua Kimmich vom Feld gehen und Stefan Hierländer durfte sich beweisen (53.). Doch wieder war der Zeitpunkt des Wechsels unglücklich gewählt, denn nur eine Minute später durfte Marco Thiede im Mittelfeld nach einem gewonnenen Zweikampf gegen den eben eingewechselten Hierländer mit Geleitschutz bis zur Strafraumgrenze laufen, schießen und den Pfosten treffen. Doch Aziz Bouhaddouz stand richtig und durfte ungestört zum 2:0 erhöhen. Und kurz darauf sorgte wieder eine unglückliche Verlängerung von Compper für die Entscheidung, wieder war es Bouhaddouz, der mit seinem zweiten Treffer im Spiel die frühe Entscheidung markiert (59.).

Nun war der Kuchen gegessen. Leipzig weiter in Schockstarre und die Gäste weiter in Spiellaune. So hätte Bouhaddouz in der 65. Minute seinen Hattrick markieren können, doch Bellot ist aus spitzem Winkel zur Stelle. Aber in der 74. War es dann so weit. Der Hattrick für Bouhaddouz war perfekt. Niklas Hoheneder hob das Abseits auf, Marvin Compper stand zu weit weg und Bouhaddouz hob den Ball über Benni Bellot zum 4:0 ins Tor.

Pünktlich war dann Schluss in der Red-Bull-Arena und die Schmach hatte ein Ende. Mit dem 0:4 verfehlten die Bullen nur knapp die höchste Heimniederlage in der noch jungen RB Geschichte. Damals gab es ein 1:5 in der Regionalliga gegen den späteren Aufsteiger aus Kiel. Da sich Karlsruhe und Darmstadt am Montag duellieren geht nun auch rechnerisch nichts mehr in Sachen Aufstieg. Damit steht nun sicher fest, dass Ralf Rangnick für eine weitere Saison in der 2. Bundesliga planen muss.

 

Stimmen zum Spiel:

 

Alois Schwartz:

„Muss meiner Mannschaft ein riesen Kompliment machen, wir haben am 32. Spieltag mit 41 Punkten den Klassenerhalt gesichert.“

 

Achim Beierlorzer:

„Wir waren von Beginn an nicht in den Zweikämpfen. Wir haben verdient verloren. Wir müssen die Mannschaft frisch kriegen, ich hatte nicht den Eindruck, dass wir frisch wirkten.“


RB Leipzig Torhüter schießt Bullen zum Sieg gegen Darmstadt

SSI

Quo vádis RB Leipzig? Das 1:1 am Montag auf dem Betzenberg in Kaiserslautern war gut, aber nicht gut genug. Um wirklich noch einmal den Aufstiegsrängen zu nähern, brauchen die Leipziger Punkte, im Gegenzug die Konkurrenten derer keine mehr. Somit war das Unentschieden letztendlich nur ein weiteres Aufschieben der eh schon recht geringen Chancen auf den Durchmarsch in die deutsche Belle Etage. Doch mit jedem ungenutzten Spieltag sinkt die Chance weiter gen „Null“. Damit sind wir beim Spiel gegen Darmstadt 98 angekommen. Noch fünf Spieltag sind zu gehen um idealerweise auf mindestens dem 3. Platz zu stehen. Sechs punkte fehlten den Bullen aktuell. Was bietet sich nun mehr an als ein Sieg im Duell auf heimischen Boden gegen den derzeit Dritten, den Mitaufsteiger aus Darmstadt. Die sogenannten „Lilien“ haben bis dato 50 Punkte gesammelt und damit deutlich mehr als in Fachkreisen vermutet. Mit einem Leipziger Sieg wär der Abstand auf drei Punkte geschrumpft, bei einer Niederlage auf wohl unlösbare neun Punkte angewachsen. Was sich dann in der Arena abspielen sollte, hatte wohl niemand auf der Rechnung.

Beide Teams wussten um die Bedeutung der Partie und begannen dementsprechend früh aggressiv zu attackieren um den Gegner nicht in die Partie kommen zu lassen. “ Ich kann meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen wie sie gefightet haben.“ Ließ Dirk Schuster verlauten, Achim Beierlorzer sprach im Gegenzug vom „Erwartet schwer zu bespielenden Gegner. Wir wussten, dass es eine harte Nuss ist, die es zu knacken galt.“ In der 7. Minute hätte Yordi Reyna mit einem super Solo bis in die Box früh eine Richtung vorgeben können, doch Mathenia im Darmstädter Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten, die anschließende Ecke lief an Freund und Feind vorbei durch den Fünfer und hätte durchaus mehr verdient gehabt. Sonst boten beide Mannschaften wenig Spielerisches, dafür aber viele lange Bälle und viele Fehlpässe. Die erste bessere Gelegenheit für die Gäste bot sich Tobias Kempe in der 31. Minute nach einem langen Einwurf, doch Kempe bekam den Körper nicht hinter den Ball. Zwei Minuten vor der Pause hätte es nach der ersten Darmstädter Ecke dann doch fast noch geklingelt, doch Joshua Kimmich klärte am langen Pfosten.

War die erste Hälfte schon recht zäh, wurde dies in der Zweiten noch gesteigert. Nichts deutete Mitte der zweiten Halbzeitdarauf hin, dass Historisches folgen sollte. Bis dato hatte das Spiel einen ph-Wert von 5,5 und das spürte man auch im weiten Rund. Um Schwung zu bringen und doch noch nach dem Strohhalm zu greifen brachte Achim Beierlorzer zunächst Omar Damari. der Stürmer kam zu seinem Comeback nach Verletzungspause, für den defensiven Mittelfeldspieler Diego Demme in die Partie. Von den 25.336 Zuschauern schliefen bereits einige, als Achim Beierlorzer mit der Einwechslung von Daniel Frahn und damit dem vierten Stürmer Spiel und Publikum wachküsste. So verpasste auch keiner die Gästeführung. Tobias Kempe mit einer flachen Hereingabe in die Mitte wo Hanno Behrens den Ball per Direktabnahme im Tor unterbrachte (78.).

Doch der Jubel währte nicht lange, denn Lukas Klostermann presste nur eine Minute später energisch nach, wurde beim Klärungsversuch von Roman Bregerie angeschossen, so dass der Abpraller zum 1:1 im Tor landete. Das Signal für den Wahnsinn in den letzten Minuten. In der 85. Minute lenkte Fabio Coltorti den Ball mit einer Glanzparade den Kopfball von Sirigu über den Querbalken. In der zweiten Minute der Nachspielzeit hätte Sirigu mit seiner zweiten Großchance alles klar machen können, doch verzog knapp. Dann der Höhepunkt der Partie. Mit der letzten Aktion der Partie brachte Dominik Kaiser eine Ecke vor das Gehäuse, dort gewann Omar Damari das Kopfballduell und der Ball gelangte zum aufgerückten Fabio Coltorti. Der saugte das Leder an vier Meter vor dem Tor an, drehte sich und wuchtete es zum umjubelten Siegtreffer in die Maschen.

Mit diesem Tor schrieb er zugleich Geschichte, denn nie zuvor hatte ein Torhüter in der 1. oder 2. Bundesliga einen Siegtreffer aus dem Spiel heraus erzielt. Neben dem Eintrag in die Geschichtsbücher, bedeutete der Treffer zugleich den Anschluss an die Aufstiegsplätze. In der kommenden Woche kann RB nun beim abstiegsbedrohten FC St. Pauli einen weiteren Bigpoint landen. Die Konkurrenten aus Kaiserslautern und Darmstadt nehmen sich gegenseitig Punkte weg. Mit einem Sieg in Hamburg könnten die Roten Bullen auch gleich den Auern im Kampf um den Klassenerhalt helfen. Der nächste wichtige Schritt die Frage zu beantworten. Quo Vadis RB Leipzig?


Verfolgerduell geht nach starker erster Hälfte verdient an die Roten Bullen

Von: Stefan Siemann

„Ich bin sehr, sehr zufrieden. Wir haben Düsseldorf nie ins Spiel kommen lassen.“ gab ein sichtlich erleichterter RB Leipzig-Trainer Achim Beierlorzer nach dem Spiel zu Protokoll. Nach dem Sieg gegen den direkten Konkurrenten aus Düsseldorf ist RB auch wieder erster Verfolger des Spitzenquartetts und liegt nunmehr auf Platz 5 der Zweitligatabelle. Die Mission letzte Chance Richtung Aufstieg begannen die Roten Bullen nachhaltig und haben sich damit in die Position des Jägers gebracht. Bereits in der 8. Spielminute setzte Rodnei die taktischen Vorgaben um und markierte nach einer Ecke, welche Freund und Feind passierte, am langen Pfosten stehend die Führung. Nur eine Minute später sahen die 17.087 Zuschauer die nächste schöne Kombination, doch Omar Damari scheiterte aus spitzem Winkel an Michael Rensing. Nach 18 Minuten hieß der Gefahrenherd wieder Rodnei und wieder war ein Standard Ausgangspunkt. Doch der lange Innenverteidiger grätschte knapp am Ball vorbei. Die erste Halbzeit ging klar an die Männer von RB Leipzig, das sah auch Fortunen-Trainer Taskin Aksoy so: „Wir haben das Spiel aufgrund der ersten Halbzeit verloren.“ Nachdem Yussuf Poulsen in der 21. Minute nur knapp verzog, machten es die Leipziger nur wenige Minuten später besser. Nach einem schnellen Spiel in die Spitze fiel das verdiente 2:0. Zunächst scheiterte Poulsen zunächst an Rensing, ehe Joshua Kimmich den Nachschuss ohne Probleme in den Maschen schieben konnte. (28.) Erst nach über einer halben Stunde muss Fabio Coltorti nach einem Pohjanpalo-Schuss das erste Mal eingreifen. Kurz vor der Halbzeit zwang da Silva Pinto mit einem schönen Freistoß Coltorti zu einer Flugparade (43.), doch es blieb beim 2:0 zur Pause.

In der Halbzeitpause versuchte Taskin Aksoy durch zwei personelle Änderungen (Bebou und Erat für Weber und Liendl) ein Zeichen zu setzen und tatsächlich waren seine Spieler nun präsenter und aggressiver. Die erste Viertelstunde geschah noch wenig, bis in der 59. die RB-Abwehr das erste Mal in der Partie schlecht aussah und auch so verteidigte. Das brachte die Fortuna durch Pohjanpalo mit seinem zehnten Saisontor wieder ins Spiel. Doch schnell stellte Yussuf Poulsen mit einem Schlenzer und seinem ersten Tor im Jahr 2015 den alten Abstand wieder her (71.). Die Vorlage kam vom weiterhin torlosen Omar Damari, denn dieser musste in der 84. Minute das Spielfeld verlassen. Kurz darauf hatte Benschop die letzte Chance dem Spiel nochmal eine Wendung zu geben, doch sein Schuss aus der Drehung strich knapp über den Querbalken. Zwei Minuten gab der souveräne Schiedsrichter Rene Rohde als Zugabe, bevor er das 3:1 und den ersten Montagssieg der Leipziger amtlich machte. Taskin Aksoy präsentierte sich als fairer Verlierer „Glückwunsch an RB Leipzig für den verdienten Sieg! … Wir müssen daraus Lehren ziehen.“ Während Bullen-Trainer Achim Beierlorzer besonders die Offensive lobte und dabei die drei Winterneuzugänge Emil Forsberg, Yordi Reyna und Omar Damari in Schutz nahm: „Es ist völlig egal wer die Tore macht, wenn wir so in der Offensive spielen.“ Nun muss nächstes Wochenende bei Mitaufsteiger Heidenheim gezeigt werden, dass der Aufstiegszug noch nicht abgefahren ist. In der letzten Saison gewannen die Leipziger mit der wohl besten Saisonleistung mit 2:0. Eine Leistung deren Wiederholung durchaus wünschenswert erscheint.


2449 Zuschauer sehen ein packendes DHB Pokalspiel

Von Ronny Fudel

Die Handballer des SC DHfK Leipzig stehen im Viertelfinale des DHB-Pokals. Nach einer überragenden Leistung gegen den Erstligisten HBW Balingen-Weilstetten gewannen die Männer von Trainer Christian Prokop mit 28:24.

Der SC DHfK steht im Viertelfinale des DHB Poklas. Foto: Ronny Fudel

Der SC DHfK steht im Viertelfinale des DHB Poklas. Foto: Ronny Fudel

Die Anfangsphase des Spiels verlief noch recht ausgeglichen. Eine Wende brachte dann der Torhüterwechsel. Henrik Ruud Tovas übernahm für Felix Storbeck und avancierte zum Mann des Spiels. „Ruudi, Ruudi“ hallte es durch die gut gefüllte Arena Leipzig, nachdem der Norweger mit einer seiner vielen Paraden den Grundstein für den am Ende souveränen Sieg setzte.
Die 2449 Zuschauer sahen ein hart umkämpftes Spiel mit insgesamt zehn Zwei-Minuten Strafen. Balingens Sascha Ilitsch sah kurz vor der Halbzeitpause die rote Karte aufgrund eines harten Fouls an Philipp Weber, der daraufhin mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus musste. Die Leipziger erholten sich jedoch schnell von dem Schock und bauten mit euphorischen Fans im Rücken den Vorsprung auf zwischenzeitlich fünf Tore aus. Balingen-Weilstetten hatte der kompakten Abwehr des SC DHfK nichts entgegenzusetzen. Leipzig hingegen nutzte seine Chancen konsequent. Bester Torschütze auf Leipziger Seite war Linksaußen Lukas Binder mit neun Treffern.

Unter den acht verblieben Mannschaften im Pokal sieht sich Leipzig nun als einziger Zweitligist ausschließlich unter Hochkarätern wie dem THW Kiel, den Rhein-Neckar Löwen oder dem amtierenden Champions-League Sieger SG Flensburg-Handewitt.
Die Auslosung für die nächste Runde findet am 20. Dezember statt.


Rote Bullen verlieren die Partie und Terrence Boyd

Von: Stefan Siemann

Gegen den Tabellen-1. am 2. Advent wollten die Roten Bullen die 3 Punkte holen um im Jahresendspurt weiter im Aufstiegsrennen mitzumischen. Der Tabellenführer aus Ingolstadt dank Hauptsponsor Audi mit vergleichbar guten Bedingungen wie die Leipziger dank Red Bull ausgestattet, ist momentan die Mannschaft der Stunde in der Zweiten Liga. Die Gäste stehen seit Ende September auf dem Platz an der Sonne, die Rasenballer verhindern aller zwei Wochen durch wenig punktebringende Ergebnisse auf fremden Plätzen selbst eine bessere Platzierung.

Die Partie begann richtig in der 5. Minute. Die Gäste hatten in Person von Benjamin Hübner die erste Gelegenheit des Spiels. Kurz darauf schon die verdiente Führung. Zunächst traf Mathew Leckie mit seiner Direktabnahme nur den rechten Pfosten, bevor Pascal Groß den Abpraller mithilfe des linken Innenpfostens zum 1:0 nutzte. Im Anschluss entwickelte sich eine zerfahrenen Partie mit Vorteilen für die Gäste die das Leipziger Spiel effektiv unterbanden. Terrence Boyd und Matthias Morys in der Spitze fehlte die Bindung zum Spiel. Das Fehlen von Georg Teigl und Yussuf Poulsen war deutlich zu spüren.

Insgesamt war es eine von beiden Seiten verbissen geführte erste Hälfte mit vielen Fouls und Unterbrechungen, wobei aber besonders die Roten Bullen immer wieder zu spät in die Zweikämpfe kamen. Dann ein weiterer Rückschlag in der 34. Minute. Terrence Boyd verletzte sich am rechten Knie so schwer, dass er ausgewechselt werden und mit Verdacht auf einen Kreuzbandriss ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Er wurde durch Clemens Fandrich ersetzt (36.). Der einzige Leipziger Torschuss resultierte aus einem Kaiser-Freistoß in der 40. Minute, welcher aber sichere Beute Ramazan Özcan im Ingolstädter Tor wurde.

Für die zweite Hälfte brachte Alexander Zorniger Ante Rebic für den blassen Mathias Morys. Und der Kroate fügte sich gut ein, sorgte für mehr Bewegung und Gefahr in der Hälfte der Gäste, so dass der Tabellenführer weniger vom Spiel hatte als in der ersten Halbzeit. Erst in der 60. Minute durch Mathew Leckie den ersten Schuss verbuchen konnte. Im direkten Gegenzug hatten die meisten der 23.985 Zuschauer bereits den Torschrei auf den Lippen, doch den Kopfball von Daniel Frahn konnte Marvin Matip von der Linie schlagen.

Nach 65 Minuten dann der nächste Hochkaräter. Einen nach einem Freistoß brachten die Gäste den Ball nicht weg, so dass Tobias Levels im letzten Moment gegen Niklas Hoheneder klären musste. Kurz darauf zog Alexander Zorniger sein letztes As aus dem Ärmel und brachte Yussuf Poulsen für seinen Kapitän in die Partie. Doch die nächste Chance bot sich wieder den Gästen. Matip verlängerte einen Freistoß nur knapp um den langen Pfosten herum. Bevor auf der Gegenseite Anthony Jung aus 25 Metern abzog und Özcan sein ganzes Können aufbieten musste um den Ball mit seinen Fingerspitzen über den Querbalken zu lenken.

Die Schlussphase gehörte, wie schon die bisherige zweite Halbzeit, den Roten Bullen. Aber erst in der 86. Minute hätte es wieder klingeln müssen im Ingolstädter Kasten. Doch beim Scheibenschießen im Strafraum trafen die Bullen lediglich die Abwehrspieler und keinen Volltreffer. Die Schanzer verschanzten sich sprichwörtlich im und um ihren Strafraum, verstärkten mit Andre Mijatovic nochmal ihr Bollwerk und brachten so das knappste aller Ergebnisse über die 93. Minuten. 8:0 Ecken für die Leipziger und 56 Fouls mit neun gelben Karten beweisen noch einmal die grenzwertige Härte dieser Partie, welche gerechter Weise mit einem Unentschieden hätte enden müssen.


Bullen erbeuten 3 Punkte im Kampf gegen die Totenschädel aus St. Pauli

Von: Stefan Siemann

Mehr Tradition gegen Kommerz geht laut einhelliger Meinung der Experten im deutschen Fußball wohl nicht. Dass sowohl Tradition oder Geld allein keine Punkte holen, steht für die Beckenbauers der Nation auch fest. Bis zum heutigen Spiel bei bestem Wetter und vor 38.616 Zuschauern stimmte der Ertrag beim Aufsteiger eindeutig mehr als bei den Kult-Kickern aus Hamburg. Nach dem Spiel war der eine Trainer, Alexander Zorniger “ sehr, sehr zufrieden mit fast allem“, während der andere, Thomas Meggle meinte: „Ein bitterer Tag, aber wenn man zum Fazit kommt, haben wir verdient verloren. Wir waren einfach unterlegen, das muss man einfach mal akzeptieren, dass RB besser war.“

Wieder einmal begann die Begegnung temporeich. In der 3. Minute schon die erste gute Gelegenheit. Eine Kaiser-Ecke brachte Yussuf Poulsen auf das Gäste-Tor, wo Marvin Compper den Abstauber nur um wenige Zentimeter verpasst. Nur wenig später dann Schieß-den-Lukas im Pauli-Strafraum, aber jeder der gefühlten 32 Schüsse wurde geblockt, bevor Gästekeeper Philipp Tschauner eingreifen musste. In der 17. Minute dann die Belohnung für die Bemühungen der Bullen, und dies in schönster Form. Im Mittelfeld gewann Neuspielmacher Daniel Frahn seinen Zweikampf und so ging es schnell in den Strafraum, wo sich Poulsen gegen 5-6 Gegenspieler durchsetzte und aus 13 Metern unhaltbar zur Führung abzog.

Von Pauli auf der Gegenseite war gar nichts zu sehen und daher fiel folgerichtig das 2:0. Wieder Leipziger Powerplay, Diego Demme flankte schließlich auf den langen Pfosten, wo Terrence Boyd aus spitzem Winkel köpfte und Daniel Frahn auf der Linie zwar nachsetzte, doch das Tor dem Neuzugang gutgeschrieben wurde. Eine absolut verdiente Führung gegen in der ersten Halbzeit schlecht sortierte und spielerisch überforderte Hamburger Kellerkinder. RB dagegen im Vergleich zu den letzten Wochen mit einer klaren Steigerung im Spiel mit dem Ball. Kurz vor der Halbzeit hatte dann Yussuf Poulsen auch noch das 3:0 auf dem Fuß, doch sein Schuss strich knapp über den Kasten. Somit blieb es beim 2:0 zur Halbzeit.

Nachdem Thomas Meggle kurz vor der Halbzeit bereits Marc Rzatkowski zugunsten von John Verhoek vom Feld genommen hatte, kamen beide Teams nominell unverändert aus der Kabine. Doch die St. Paulianer begannen mit einer anderen Einstellung, RB dagegen fahrlässig. Einfachste Fehler im Spielaufbau brachten Gefahr und so konnte Enis Alushi nur eine Minute nach Wiederbeginn einen dieser Fehler zum Anschlusstreffer nutzen. Doch RB präsentierte die passende Antwort, wieder begünstigt durch einen Abwehrfehler, denn der Ball konnte nicht aus der Gefahrenzone der Gäste gebracht werden, bis Terrence Boyd das Leder volley zum 3:1 in die Maschen des Winkels jagte (52.).

Als Reaktion auf den erneuten Rückschlag kam Ante Budimir für Okan Kurt ins Spiel (59.). Die Partie nahm in der Folge richtig Fahrt auf. Nur eine Minute nach dem Wechsel traf Poulsen nur den Pfosten, quasi im Gegenzug verwehrte Schiedsrichter Manuel Gräfe den Gästen den erneuten Anschlusstreffer aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung. Da St. Pauli nun deutlich besser mitspielte, wurde die Partie in dieser Phase zu einem schnellen und offenen Schlagabtausch mit besseren aber auch einigen schlechter gespielten Angriffen. In der 72. Minute wechselte dann auch Zorniger vor einer eigenen Ecke das erste Mal. Zsolt Kalmár ersetzte Daniel Frahn.

Besagte Ecke brachte Dominik Kaiser in den Fünfmeterraum, wo Tim Sebastian verlängerte und schlussendlich Ante Budimir via Eigentor das 4:1 markierte. Die Leipziger hatten daraufhin alles unter Kontrolle und spielten weiter auf das Tor des Vorletzten der 2. Liga. Die nächste Gelegenheit hatte der eingewechselte Kalmár. Für die letzten zehn Minuten kam dann Matthias Morys für den Doppeltorschützen Terrence Boyd. Doch er zeigte sich nochmal der Gäste. Budimir tanzte Coltorti aus, doch Marvin Compper blockte den Schuss im letzten Moment. In der 85. war es dann Dennis Daube, er aus 18 Metern knapp am Pfosten vorbeischoss.

Die Schlussminuten wurden dann zu einer Rot-Weißen Siegesfeier. Rani Khedira durfte sich über den vorzeitigen Feierabend freuen und wurde von Stefan Hierländer abgelöst. Die Feierstimmung im weiten Rund wurde um zwei Minuten verlängert, bevor Manuel Gräfe beschloss den höchsten Saisonsieg amtlich zu machen. Mit den damit verbundenen drei Punkten rückten die Leipziger wieder bis auf einen Punkt an den direkten Aufstiegsplatz zur Bundesliga heran, während die Gäste weiter im Tabellenkeller verbleiben und Platz 17 bekleiden.


Rote Bullen und Rote Teufel trennen sich torlos

Von: Stefan Siemann

Zum Abschluss der Leipziger Heimspielfesttage gab sich der traditionsreiche 1.FC Kaiserslautern beim Zweitliganeuling die Ehre. Beide Vereine standen vor der Partie als Tabellennachbarn auf den Plätzen 4 und 5 in unmittelbarerer Nähe der Aufstiegsränge und hatten die Chance bis auf den zweiten Platz vorzurücken. RB-Trainer Alexander Zorniger gönnte den Pokalkämpfern Lukas Klostermann, Diego Demme und Georg Teigl eine Pause und brachte mit Marvin Compper, Joshua Kimmich und Sebastian Heidinger insgesamt (nur) drei frische Kräfte.

Nach einer kurzen Abtastphase schossen sich die Gäste auf das Tor der Leipziger ein. Zunächst rettete Leipzigs-Torhüter Fabio Coltorti in der 23. Minute bei einem Fernschuss von Jenssen und dann nur zwei Minuten später erneut bei einem Hofmann-Schuss aus der Distanz. Die Luft wurde dünner, die Einschläge kamen näher, dabei war Lautern besonders nach Standards gefährlich. Ein Eckball fand Willi Orban im Strafraum, dessen Kopfball an die Latte klatschte (28.). In Hälfte 1 waren die Gäste die gefährlichere Mannschaft. Bei den Bullen kamen weder von den Spitzen Poulsen und Frahn, noch von Kaiser nennenswerte Aktionen.

Die erste auffällige Aktion der Drei hatte nach 40 Minuten Dominik Kaiser, der nach einer Kopfballvorlage von Kapitän Frahn nur knapp verpasste. Doch spielbestimmend blieben die Roten Teufel, die ideenreich über die Außen für Gefahr sorgten, die Abschlüsse im Strafraum aber zu selten suchten und stattdessen aus der Distanz aufs Tor schossen. Somit blieb es zur Halbzeit beim torlosen Unentschieden. Die Leipziger wirkten müde, die Teufel dagegen zielstrebiger, mit Pech beim Kopfball von Orban in der 28. Minute.

Unverändert kamen beide Teams aus der Kabine, doch die Leipziger hatten etwas mehr Elan in ihrem Pausentee und hatten die ersten beiden kleineren Gelegenheiten. Doch als sich diese als kurzes Strohfeuer entpuppten, reagierte Alexander Zorniger und brachte Terrence Boyd und Georg Teigl für Daniel Frahn und Joshua Kimmich (54.). Auf den Wechsel folgte die bis dato beste Chance der Leipziger. Doch Tobias Sippel im Lauterer Tor lenkte einen Kaiser Freistoß gerade noch so zur Ecke.

Doch aus dem Spiel heraus taten sich beide Mannschaften schwer. Viele kleine Fouls störten den Spielfluss, viele Fehlpässe machten das Ganze nicht besser und so wurde das Warten auf gefährliche Aktionen zum Geduldsspiel. Eine dieser seltenen Gelegenheiten hätte Philipp Hofmann in der 68. Minute nutzen müssen. Nach mustergültigem Pass von Armin Younes umkurvte er Coltorti, traf dann aber nur den Pfosten des leeren Tors, Glück für die Roten Bullen. Dann auf der Gegenseite die Riesenchance. Terrence Boyd setzte sich im Strafraum durch, passte von der Grundlinie auf Poulsen, dessen Schuss aus einem Meter aber auf der Linie von Schulze zur Ecke abgefälscht wurde (78.).

Insgesamt boten die Bullen den 25.637 Zuschauern aber eine starke kämpferische Leistung und erhöhten in den letzten Minuten den Druck auf die etwas müde wirkenden Teufel. Diese konnten nur noch mit langen Bällen für kurzfristige Entlastung sorgen. RB gelang es aber weder aus dem Spiel, noch doch Standards den entscheidenden Punsch zu setzen. Die letzte Gelegenheit des Spiels hatte Willi Urban in der ersten Minute der Nachspielzeit, doch sein Abschluss verfehlte das Tor knapp. Damit blieb es abschließend beim gerechten 0:0 mit dem beide Mannschaften leben konnten, welches den Bullen reichte um wieder auf den dritten Platz vorzurücken.

 

Stimmen zum Spiel:

 

Kosta Runjaic:

„Beide Mannschaften haben in der ersten Viertelstunde gar nicht Fußball gespielt. Bin sehr stolz auf die Jungs. Dieser Punkt geht für uns mehr als in Ordnung.“

 

Alexander Zorniger:

„Wir haben nur die langen Bälle gespielt, uns damit die Optionen genommen. In der Zweiten Halbzeit haben wir uns früh korrigiert und damit besser ins Spiel gefunden. Das 0:0 ist ein korrektes Resultat.“


Last-Minute Sieg über starke Aue bringt Wiedersehen mit Wolfsburg

Von: Stefan Siemann

So unterschiedlich waren die Trainermeinungen nach dem Spiel, dem: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, wir waren klar die bessere Mannschaft.“ von Aue-Trainer Tomislav Stipic, stand das „Wir waren die bessere Mannschaft“ von RB-Couach Alexander Zorniger gegenüber. Und in der Tat ließ das Spiel zwei Meinungen zu, die besseren Chancen hatten die Gäste, mehr Ballbesitz und den schlussendlich längeren Atem aber die Leipziger.

Die Partie startete für die Gäste unglücklich, denn nach einem Zusammenprall musste Henri Anier bereits früh durch Mike Könnecke ersetzt werden (6.). Eben dieser sollte in der Folge die Partei noch entscheidend mitbestimmen. Nach ersten kleineren Aktionen auf beiden Seiten, stand dann aber ein anderer Neuer im Mittelpunkt. Bei seinem Pflichtspieldebüt für RB verlängerte der erst 18-jährige Lukas Klostermann eine Flanke von FCE-Kapitän René Klingbeil im Bogen über Keeper Coltorti hinweg ins Tor zur Gästeführung (20.).

In der Folge hatte RB mehr vom Spiel, ohne aber gefährlich Chancen zu kreieren. Die nächste nennenswerte Chance hatten wieder die Auer in Person des eingewechselten Könnecke (32.), welchem bei seinem Schuss vor Coltorti aber die Nerven versagten. Bis zur Halbzeit blieb es bei der knappen Gästeführung. RB war zwar optisch überlegen, wirklich gute Gelegenheiten erarbeiteten sich die Leipziger aber nicht. Daher stellte Alexander Zorniger um und brachte, für den Defensiven Stefan Hierländer, mit Federico Palacios einen weiteren Stürmer, um auch den Auer Spielaufbau früher zu unterbinden.

In der zweiten Hälfte sahen die 28.419 Zuschauer in der Red-Bull-Arena weiterhin ein sehr gutes, spannendes Spiel. Arvydas Novikovas hatte dann mit seinem 18-Meter-Schuss, knapp am langen Pfosten vorbei, die Gelegenheit zu erhöhen (57.), doch sein Trauma sollte später noch folgen. Nur zwei Minuten darauf hatten die Bullen großes Glück. Zunächst rettete Coltorti gegen Kortzorg, der Abpraller landete direkt vor Mike Könnecke, welcher den Ball aber gegen die Querlatte des verwaisten Tores grätschte (59.). Nach etwas mehr als einer Stunde später kam Terrence Boyd für Kapitän Frahn ins Spiel, auch an dieser Stelle ist schon mal ein Verweis auf den späteren Spielverlauf nötig. Die erste wirkliche RB-Chance hatte aber Yussuf Poulsen, der mit Tempo auf die Abwehr zulaufen konnte und aus 17-Metern abzog, doch sein Schuss klatschte nur an den Außenpfosten (67.). Dann begannen zehn Wahnsinnsminuten.

Zuerst hätte es beim eingewechselten Boyd fast mit dem Tor geklappt, doch den Kopfball fischte Martin Männel mit den Fingerspitzen aus dem Winkel (80.). Im Gegenstoß lief Novikovas alleine von der Mittellinie los und hatte alle Zeit der Welt um den Sack mit seinem Tor zuzumachen. 30 Meter vor dem Tor entschied er sich für einen Heber über Coltorti hinweg, doch dieser scheiterte kläglich in den Händen des müde lächelnden RB Torhüters (81.). Die Bullen setzten sich nun in der Auer Hälfte fest und bespielten mit hohen, langen Bällen die tief stehenden Gäste, die ihre letzte Gelegenheit über einen Kortzorg-Konter hatten (88.).

Kurz darauf kündigte der vierte Offizielle drei Minuten Nachspielzeit an. Die Auer, bis zu dieser Stelle verdient eine (vermeintliche) Runde weiter, hatten nur noch einen Eckball zu überstehen. Und genau bei diesem passierte es. Die neunte RB-Ecke fand am Fünf-Meter-Raum Yussuf Poulsen, der seine Sprungkraft nutzte um aus luftiger Höhe zum viel umjubelten und nicht mehr für möglich gehaltenen Last-Minute Ausgleich zu köpfen (91.). Kurz darauf beendete Schiedsrichter Tobias Stieler die reguläre Partie und bei Teams mussten in die Verlängerung.

In dieser gingen den tapferen Erzgebirglern die Kräfte etwas eher aus, als den, nochmal durch das Tor motivierten, Leipzigern. Zum Unglücksraben wurde dann endgültig Mike Könnecke, welcher im Strafraum Georg Teigl von den Beinen holte, so dass Schiedsrichter Stieler keine Wahl blieb, außer auf Strafstoß zu entscheiden. Diesen versenkte Dominik Kaiser sicher in der Ecke und verwandelte die Arena damit in ein Tollhaus (97.). Auch im Rest der Nachspielzeit kontrollierten die Hausherren das Spiel und machten mit dem entscheidenden 3:1 den Sieg klar. Poulsen steckte schön auf die Grundlinie zum herangelaufenen Kaiser durch, welcher kurz schaute und Terrence Boyd bediente, welcher sich die Kopfballchance nicht entgehen ließ (108.). Den Auern fehlte die Kraft sich noch einmal aufzubäumen, mehr als ein Schuss von Patrick Schönfeld, der aber das Tor deutlich verfehlte, kam nicht heraus.

RB Leipzig zog damit das erste Mal in der Vereinsgeschichte in das DFB-Pokalachtelfinale ein und trifft dort auf den VfL Wolfsburg, welchen die Leipziger bei ihrer ersten Teilnahme 2011 im Pokal, als damaliger Regionalligisten, durch drei Frahn-Tore aus der ersten Runde warfen. Die Auer können sich nun auf die Liga konzentrieren und dabei auf der starken Leistung aufbauen. In den ersten 90 Minuten hätten die Gäste einen Sieg verdient gehabt, doch die Chancen zum Sieg wurden leichtfertig vergeben. Aufgrund der größeren Reserven und der hohen Einzelspielerqualität rettete erreichte aber nun RB Leipzig die nächste Runde und hofft dort auf einen weiteren Überraschungscoup.


Bullen nach Sieg über Bundesligaabsteiger auf Platz 2

Kapitän Daniel Frahn (RB Leipzig) beim Torschuss

Kapitän Daniel Frahn (RB Leipzig) beim Torschuss. Photo: GEPA pictures/ Roger Petzsche

Vor 24.949 Zuschauer besiegten die Roten Bullen die Eintracht aus Braunschweig. Mit großen Verletzungssorgen gingen die Mannen von Trainer Alexander Zorniger gegen die Kultkicker von Torsten Lieberknecht ins Spiel. Trotz angekündigten Fanboykott war der Gästeblock gut gefüllt und sah besonders in der ersten Halbzeit eine hochklassige Zweitligapartie.

Von: Stefan Siemann

Die Begegnung begann flott, schon in der 3. Minute die erste Gelegenheit. Poulsen und Kimmich nahmen auf der rechten Seite Fahrt auf, die Hereingabe fand in der Mitte Daniel Frahn, doch dessen Kopfball konnte Rafal Gikiewicz im Braunschweiger Tor zur Ecke klären. Nach sieben Minuten gab es die erste Gelegenheit auf der anderen Seite. Wieder sorgte eine Flanke für Gefahr, doch der von Leverkusen ausgeliehene Koreaner Ryu schoss über das Bellot Tor. In der Folgezeit hatten die Gäste zunächst mehr vom Spiel und setzten sich in der Leipziger Hälfte fest.

Etwas überraschend dann die Bullenführung. Der Ball gelangte über einen schnellen Konter via Joshua Kimmich zu Yussuf Poulsen, der den Ball etwas glücklich behaupten konnte und anschließend gefühlvoll über Gikiewicz ins Tor hob (19.). Der Jubel war noch nicht verklungen, da machte Daniel Frahn den Doppelschlag perfekt. Matthias Morys, aus nicht geahndeter Abseitsposition kommend, flankte von der rechten Seite stark an den Fünfmeterraum, wo der Kapitän keine Probleme hatte mit seinem zweiten Saisontor die Anzeigetafel auf 2:0 zu stellen.

Mit der Führung im Rücken agierten die Roten Bullen dann sicherer. Doch die Gäste schüttelten sich kurz und nahmen wieder Fahrt auf, sodass die Partie in hohem Tempo weitergeführt wurde. Nach 35 Minuten setzte Torsten Lieberknecht dann ein Zeichen und brachte Orhan Ademi, für Ryu, der nicht ins Spiel gefunden hatte. Infolgedessen kamen die Gäste nun zu mehr Gelegenheiten. In der 40. Minute verlor Marvin Compper einen Zweikampf, den folgenden Schuss konnte Bellot nur prallen lassen, diesen konnte die Abwehr aber aus der Gefahrenzone schlagen.

RB Leipzig vs Braunschweig

Yussuf Poulsen (RB Leipzig) und Rafal Gikiewicz (Braunschweig) Photo: GEPA pictures/ Roger Petzsche

Kurz vor Halbzeitpfiff hatte Daniel Frahn mit einem Kopfball und einem Fernschuss noch zwei Gelegenheiten, doch es blieb beim hochklassigen 2:0 zur Pause. Die gute erste Halbzeit beider Mannschaften machte allen Beteiligten Lust auf mehr. Für die zweite Halbzeit stellte Alexander Zorniger um. Der gelbverwarnte Marvin Compper blieb in der Kabine, Rani Khedira rückte in die Innenverteidigung und Stefan Hierländer kam neu ins Spiel.

Die Abstimmung passte noch nicht, da nutzten die Gäste dies zum Anschlusstreffer. Gästekapitän Ken Reichel hatte auf der linken Seite viel zu viel Platz und Zeit um im Strafraum einen Abnehmer zu finden. Diese Aufgabe übernahm Havard Nielsen, welcher keine Probleme hatte aus 11 Metern zum Anschluss einzuschieben (48.) und damit nach 408 Minuten für das erste Leipziger Gegentor dieser Saison sorgte.

Auch in der Folgezeit blieben die Gäste spielbestimmend und drückten auf den Ausgleichstreffer. Von den Leipzigern kam offensiv nur noch wenig Entlastung. Die Braunschweiger dagegen mit mehr Ballbesitz und strukturierterem Spiel. Wirklich hochkarätige Chancen blieben aber aus. Um das Spiel für die Schlussviertelstunde zu beruhigen, kam auf Leipziger Seite Dominik Kaiser für Matthias Morys ins Spiel, damit verbunden wurde das System vom 4-3-3 auf das bekannte 4-3-1-2 umgestellt. Bei den Gästen kamen Marc Pfitzner und Dennis Kruppke für Mirko Boland und Bakenga.

Dann aber fiel die Vorentscheidung. Joshua Kimmich, der schon das erste Tor vorbereitet und das zweite eingeleitet hatte, spielte einen weiteren tollen Pass auf Poulsen in die Tiefe, der den Ball mitnahm, Gikiewicz umkurvte und zum entscheidenden 3:1 einschob (84.). Kurz darauf brachte Alexander Zorniger dann mit Zsolt Kalmar für Kapitän Daniel Frahn einen weiteren Stabilisator ins Mittelfeld. Vier Minuten gab es vom starken Schiedsrichter Felix Zwayer oben drauf. In diesen gab es keine spektakulären Szenen mehr, sodass es bei dem 3:1 und somit bei den drei Punkten für die Leipziger blieb.

Stimmen zum Spiel:

Yussuf Poulsen sprach nach dem Spiel im Sportakus-Interview von einer guten ersten Halbzeit und der Gefährlichkeit es Umkehrspiels. Zum Ende des Spiels seien alle Beteiligten platt gewesen. Für seinen Mitbewohner und doppelten Vorlagengeber Joshua Kimmich versprach er sich am heutigen Abend eine kleines Dankeschön zu überlegen.

 Torsten Lieberknecht:

Glückwunsch an Alex und sein Team. In den entscheidenden Momenten haben wir gravierende Fehler gemacht. Den Toren sind Fehler von uns vorausgegangen. Nach der Umstellung auf 4-3-1-2 haben wir das Spiel in den Griff bekommen, aber mit der Brechstange auf das 2:2 gespielt. Wir müssen die Fehler nun abstellen. Die Mannschaft hat Potenzial. Nun müssen wir Worten Taten folgen lassen.

Alexander Zorniger:

In der ersten Halbzeit waren wir gut im Spiel, besonders bei der Präsenz im vorderen Raum.. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann kaum Zugriff, kaum Ballbesitz. Wir sind sehr froh über den Sieg gegen eine engagierte Mannschaft.

 
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