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Pokalknallertag in der Messestadt

SC DHFK und RB Leipzig verpassen Überraschungen in tollen Spielen nur knapp

Von Stefan Siemann

Der 4. März 2015 sollte für die (ehemalige) Sportstadt Leipzig zwei Leckerbissen bereithalten. Im DHB-Pokal-Viertelfinale ging es ab 17.30 Uhr für den Zweitligatabellenführer SC DHFK Leipzig gegen den amtierenden Pokalsieger der Füchse aus Berlin. Und was war das für eine Stimmung bei den 6.351 in der Arena als Felix Storbeck in der zweiten Minute einen Siebenmeter und den anschließenden Nachwurf parierte. Doch offensiv gelang nicht viel, so dass die Gäste ab der 5. Minute in Führung gingen. Als in der 8. Minute die Leipziger immer noch kein Tor erzielt hatten, sah sich Coach Christian Prokop gezwungen die erste Auszeit zu nehmen und hatte damit Erfolg als Alen Milosevic das erste Tor erzielte. Doch gerade offensiv blieb es zu wenig was die Leipziger zeigten zu oft blieben sie in der dichten Verteidigung oder am starken Silvio Heinevetter hängen und so ging es mit einem 8:16 Rückstand in die Halbzeitpause. Die zweiten 30 Minuten gestalteten sich dann ausgeglichener. Nach 45 Minuten stand es, auf die zweite Halbzeit bezogen, gar 7:5 für den SC DHFK. Doch die Berliner waren einfach ausgefuchster und behielten die Zügel fest im Griff und ließen den DHFK mitspielen, mehr aber auch nicht. So führten beide Teams das Spiel nicht mehr mit letzter Konzentration bis zum Endstand von 29:19 für den Favoriten.

Ähnlich die Ereignisse später am Abend und nur wenige Meter weiter vor gut gelaunten 43.348 Zuschauern in der Red-Bull-Arena bei der DFB-Pokal Achtelfinalpartie RB Leipzig gegen den VfL Wolfsburg. Auch hier spielte der ambitionierte Zweitligist gegen den international erfahrenen Bundesligisten. Wieder war der Auftakt für den Underdog vielversprechend und so kam es laut Gästetrainer Dieter Hecking zum „erwartet schweren Pokalspiel“. Viele gute Gelegenheiten auf beiden Seiten, super Stimmung auf den Rängen und dann kam der Vorteil für den Favoriten- Genauer gesagt die Führung durch Daniel Caligiuri in der 20. Minute. Dieser ging ein relativ einfacher Ballverlust voraus, der im erfolgreich abgeschlossenen Konter endete. Leipzig musste in der Folge zweimal wechseln. Verletzungsbedingt kamen für Tim Sebastian und Omar Damari bis zur zweiten Halbzeit Sebastian Heidinger und Ante Rebic, in der 66. Minute dann noch Yordi Reyna für Diego Demme, in die Partie. Doch die VW-Elf dominierte weitestgehend das Geschehen und erhöhte in der 57. Minute in Person von Innenverteidiger Timm Klose durch einen Kopfball auf 2:0- Die Vorentscheidung, denn obwohl sich die Bullen redlich mühten (Trainer Beierlorzer: „Meine Mannschaft hat alles versucht!“), behielten die Wölfe das Zepter in der Hand. Gelegenheiten boten sich auf beiden Seiten, aber wirklich nennenswerte Aktionen blieben aus. So schied nach Dynamo Dresden gestern auch die zweite sächsische im Wettbewerb verbliebene Mannschaft mit 2:0 aus.

Was bleibt nun die Moral von der Geschicht … gegen Bundesliga kann Leipzig (noch) nicht. Beide Leipziger Vereine scheitern im Pokal an den höherklassigen Mannschaften. Die einen (SC DHFK) als Tabellenführer klar und deutlich, die anderen (RB) mindestens ebenso ambitioniert, aber in der Tabelle schlechter platziert, boten einen guten Kampf und gestalteten das Geschehen etwas ausgeglichener. Bleibt zu hoffen, dass in den nächsten Jahren viele Knallerpartien in der Sportstadt Leipzig dazu kommen und erfolgreicher gestaltet werden. Die Voraussetzungen, das konnte man sehen, sind auf jeden Fall da.

 
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